Marktlage in 60 Sekunden
Marktlage + Risikoprofil = deine Orientierung
Deine persönliche Einschätzung entsteht aus zwei Teilen: Die Marktampel zeigt, wie das Umfeld gerade aussieht. Dein Risikoprofil zeigt, wie viel Schwankung du persönlich aushalten kannst. Eine gute Anlagestrategie braucht beides – wähle dein Profil aus dem Selbsttest «Persönliches Risikoprofil»:
Ohne Risikoprofil zeigen wir nur die allgemeine Marktlage.
Für eine sinnvolle Einordnung deiner Geldaufteilung brauchst du zuerst dein persönliches Profil – der Test dauert rund drei Minuten: Zum Selbsttest «Persönliches Risikoprofil» →
Orientierungs-Matrix: Aktienquote nach Profil und Marktampel
| Profil | Grün | Gelb ◀ aktuell | Rot | Dunkelrot |
|---|---|---|---|---|
| Sicherheitsorientiert | 15–25% | 10–20% | 5–15% | 0–10% |
| Konservativ | 25–35% | 20–30% | 15–25% | 10–20% |
| Ausgewogen | 35–50% | 30–42% | 25–35% | 20–30% |
| Wachstumsorientiert | 50–65% | 45–58% | 35–50% | 30–45% |
| Dynamisch | 60–75% | 55–68% | 45–60% | 40–55% |
Strategisch vs. taktisch – der Unterschied in zwei Sätzen
Strategische Aufteilung: deine langfristige Grundaufteilung. Sie kommt aus deinem Risikoprofil, deinen Zielen und deinem Anlagehorizont – und ändert sich nur, wenn sich dein Leben ändert, nicht wenn die Börse wackelt.
Taktische Anpassung: die kleine Feinsteuerung an die aktuelle Marktlage – zum Beispiel etwas mehr Reserve bei gelber Ampel. Sie verändert nie deine ganze Strategie, nur die Dosierung.
Was bedeutet das für mein Geld? · Deine langfristige Grundaufteilung
Drei Beispielprofile zur Orientierung. Welches zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Reserve und deinen Nerven ab – der Selbsttest «Persönliches Risikoprofil» hilft bei der Einordnung. Zahlen jeweils in Prozent des Anlagevermögens. Wichtig: Das hier ist die langfristige, strategische Basis aus deinem Profil – die vorsichtigere taktische Umsetzung im aktuellen gelben Umfeld folgt weiter unten. Dass dort für das ausgewogene Profil 34% statt 40% Aktien stehen, ist kein Widerspruch, sondern Feinsteuerung. Die Tabelle zeigt drei verdichtete Beispielprofile; der Selbsttest unterscheidet feiner in fünf Stufen – deine persönliche Bandbreite erscheint oben in der Profilkachel.
| Baustein | Vorsichtig | Ausgewogen | Wachstums-orientiert |
|---|---|---|---|
| Aktien total | 30% | 40% | 55% |
| USA | ~15% | ~20% | ~27% |
| Europa (ohne Schweiz) | ~3% | ~4% | ~6% |
| Japan | ~1% | ~2% | ~2% |
| Übrige Industrieländer (Kanada, Australien …) | ~2% | ~2% | ~4% |
| Schweiz | ~6% | ~8% | ~11% |
| Schwellenländer | ~3% | ~4% | ~5% |
| Anleihen / Geldmarkt / Cash total | 50% | 30% | 15% |
| CHF-Cash / Geldmarkt | ~25% | ~15% | ~8% |
| CHF-Obligationen (kurze Laufzeiten) | ~20% | ~12% | ~6% |
| Fremdwährungs-Obligationen (abgesichert) | ~5% | ~3% | ~1% |
| Gold / Edelmetalle total | 12% | 15% | 15% |
| Gold | ~9% | ~11% | ~11% |
| Silber | ~2% | ~2% | ~2% |
| Minen & übrige Edelmetalle (Platin …) | ~1% | ~2% | ~2% |
| Rohstoffe total | 8% | 10% | 8% |
| Energie (Öl, Gas) | ~3% | ~4% | ~3% |
| Industriemetalle (Kupfer, Aluminium) | ~2% | ~3% | ~2% |
| Agrar | ~2% | ~2% | ~2% |
| Kritische Metalle (Uran, Lithium …) | ~1% | ~1% | ~1% |
| Krypto total (optional, klein) | 0% | 0–5% | 0–7% |
| Bitcoin & Ethereum (Kern) | 0% | 0–4% | 0–5% |
| Übrige Coins – im Modell derzeit ausgesetzt | 0% | 0–1% | 0–2% |
In Alltagssprache: «Vorsichtig» heisst: Die Hälfte bleibt sicher parkiert, Schwankungen bleiben klein – dafür wächst es langsam. «Ausgewogen» heisst: Rückschläge von 15–20% muss man aushalten können, dafür arbeitet mehr Geld. «Wachstumsorientiert» braucht über zehn Jahre Zeit und gute Nerven für Rückschläge von 25–30%.
Was jetzt eher sinnvoll ist
Tun
- Sparpläne unverändert weiterlaufen lassen
- Rebalancing prüfen: Gold ist seit Ende August rund 7% gefallen, Bitcoin rund 4%, der Dollar hat 2% zum Franken zugelegt – stimmt die Aufteilung noch?
- Klumpenrisiken sichtbar machen (USA, Tech, Schweiz, Krypto)
- Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) getrennt halten
Abwarten
- Grosse Einmalkäufe bis nach dem Wochenschluss vom 18. September (entscheidet über Gelb oder Rot) und der SNB-Lagebeurteilung am 24. September
- Chip- und KI-Aktien: Die Stimmung hat gedreht – erst die Stabilisierung des Sektors abwarten, nicht ins fallende Messer greifen
- Gold, Silber und Goldminen nachkaufen: Gold ist wieder unter die 200-Tage-Linie gefallen, Silber liegt weit darunter – der Trend muss sich erst bestätigen
Vermeiden
- Panikverkäufe bei normalen Schwankungen
- Erholungen hinterherkaufen, nur weil sie stattgefunden haben
- Kredit oder Hebel für Anlagen
- Alles auf ein Thema setzen (KI, Krypto, ein Land)
- Die Liquiditätsreserve investieren
Die wichtigsten Marktsignale, einfach erklärt
Sieben Messwerte, auf die Profis schauen – hier übersetzt. Jeder Wert mit Ampel, Quelle und Datenstand; über die Links kannst du alles selbst nachprüfen.
| Signal | Was es misst | Wert | Ampel | Kurz erklärt | Quelle · Stand |
|---|---|---|---|---|---|
| VIX | Angstbarometer für Aktien | 17.71 | ruhig | Noch unter der 18er-Schwelle, aber deutlich gestiegen: 15.8 am Wochenschluss, 17.7 nach dem Zinsentscheid. Der Markt kauft wieder Schutz. Ein Wochenschluss über 18 würde dieses Signal auf aufpassen drehen – und die Ampel voraussichtlich auf Rot. | Cboe · 16.9. |
| MOVE | Stressbarometer für Anleihen | 80.73 | aufpassen | Neu aufpassen: Der weltweite Anleihen-Ausverkauf hat die Zinsschwankung über die 80er-Schwelle gehoben (72 Ende August, 83.9 am 14. September, 80.7 nach dem Zinsentscheid). Noch weit von der roten 120er-Marke entfernt und knapp über der Schwelle – aber die wichtigste Stütze des Systems wackelt erstmals seit dem Frühjahr. | Yahoo · StreetStats · 16.9. |
| Kreditstress | Zinsaufschlag riskanter Firmenkredite | 2.65% | ruhig | Trotz Zinsschock sogar etwas enger als Ende August (2.75%) und weit unter der Schwelle von 3.5%. Derzeit das stabilste Signal im System: Solange Firmen günstig Geld bekommen, ist der Zinsanstieg ein Preisproblem für Aktien, keine Kreditkrise. | FRED · 11.9. |
| US-10-Jahreszins | Zinsdruck auf alle Anlagen | 5.02% | angespannt | Über 5% – der höchste Stand seit 2007 und ein Sprung von 0.4 Prozentpunkten in drei Wochen. Treiber: der Ölpreisschock nach dem Angriff auf die saudische Pipeline, die August-Inflation von 3.4% und die Zinserhöhung der Notenbank auf 3.75–4.00% mit Aussicht auf eine weitere. Die 30-jährige notiert bei 5.4%, das härteste Einzelsignal ist noch härter geworden. | FRED · 16.9. |
| Dollar & Franken | Währungsdruck | DXY 100.2 | aufpassen | Neu aufpassen: Der Dollar-Index ist mit der Zinserhöhung zurück über die 100er-Schwelle und über beide Trendlinien gesprungen (99.6 am Vortag) – knapp über der Schwelle, aber in die falsche Richtung. Frankenkurse: rund 0.83 für einen Dollar (höchster Stand seit Mai 2025), rund 0.95 für einen Euro. Für Schweizer Anleger federt der stärkere Dollar die Kursverluste bei Gold und Bitcoin etwas ab. | SNB · 16.9. |
| Marktbreite | Trägt der Markt breit – oder nur wenige Grosse? | 31.8% über 50-Tage-Linie | angespannt | Neu angespannt: Nur noch 32% der 500 grössten US-Aktien liegen über ihrer 50-Tage-Linie (Wochenschluss 11.9.: 39%), Ende August waren es 46%, Mitte August 59% – ein Wert, der historisch nur in 15% aller Tage tiefer lag. Über der 200-Tage-Linie sind es noch 53% (Ende August 66%). Der Rückzug hat die Chip-Werte längst verlassen und erfasst den breiten Markt – während der Index selbst nur rund 3% unter seinem Hoch steht. | StreetStats · 16.9. |
| Bitcoin vs. 200-Tage-Linie | Risikoappetit bei spekulativen Anlagen | 76'105 $ · darüber | ruhig | Weiter über der 200-Tage-Linie (rund 70'500 $, Vorsprung rund 8%) und über der 50-Tage-Linie – der langfristige Trend hält. Aber: Anfang September scheiterte Bitcoin zum vierten Mal an der 82'000-Marke und fiel von der 200-Wochen-Linie (rund 80'500 $) wieder ab, dann brachte das Scheitern des US-Kryptogesetzes im Senat einen Rückschlag von 4% in einer Woche. Kein bestätigter Ausbruch nach oben. | CoinGecko · StreetStats · 16.9. |
Trendfilter: Wo stehen die Kurse zu ihren Durchschnittslinien?
Die Signale oben messen Stress und Stimmung. Der Trendfilter misst etwas Einfacheres: Liegt ein Kurs über oder unter seinem gleitenden Durchschnitt? Die 50-Tage-Linie zeigt den kurz- bis mittelfristigen Trend, die 200-Tage-Linie den langfristigen. Als Faustregel sprechen Kurse über der 200-Tage-Linie für einen intakten langfristigen Aufwärtstrend; darunter ist das technische Bild meist angeschlagen. Kein Kauf- oder Verkaufssignal, aber ein nüchterner Realitätscheck.
| Anlage | Kurs | 50-Tage-Linie | 200-Tage-Linie | Trendbild | 3 Monate |
|---|---|---|---|---|---|
| S&P 500 | 7'553 | darunter | klar darüber | Kurzfristig angeschlagen, langfristig intakt | +1.8% |
| Nasdaq 100 | 28'945 | darunter | darüber | Korrektur, rund 6% unter dem Juni-Hoch | rund −4% |
| Gold | 4'306 $ | etwa auf Höhe | darunter | Rückfall unter die 200-Tage-Linie, Wende nicht bestätigt | +2.3% |
| Silber | 63.61 $ | etwa auf Höhe | klar darunter | Seitwärts unter fallender 200-Tage-Linie, Wende nicht in Sicht | −2.9% |
| Bitcoin | 76'630 $ | darüber | darüber | Aufwärtstrend hält, Ausbruch nach oben gescheitert | +21.8% |
Was sich seit dem letzten Update geändert hat
Letztes Update: 25./26. August (Volllauf) → dieses Update: 11.–16. September (Volllauf nach dem Zinsentscheid). Die Ampel bleibt auf Gelb, die Zählung verschiebt sich von 5 / 1 / 1 auf 3 / 2 / 2: drei Signale haben sich verschlechtert, keines verbessert – die Marktbreite ist auf angespannt gefallen, Zinsschwankung und Dollar auf aufpassen:
| Signal | 25./26. August | 11.–16. September | Bewegung |
|---|---|---|---|
| Marktbreite | 46.3% · aufpassen | 31.8% · angespannt | ▲ verschlechtert – unter die rote 40%-Marke, der Rückzug erfasst den breiten Markt |
| MOVE | 71.92 · ruhig | 80.73 · aufpassen | ▲ verschlechtert – über die 80er-Schwelle, der Anleihenmarkt preist Bewegung ein |
| Dollar & Franken | DXY 98.7–99.0 · ruhig | DXY 100.2 · aufpassen | ▲ verschlechtert – mit der Zinserhöhung zurück über die 100er-Schwelle und über beide Trendlinien |
| US-10-Jahreszins | 4.625% · angespannt | 5.02% · angespannt | → unverändert angespannt – aber über 5%, höchster Stand seit 2007 |
| VIX | 15.46 | 17.71 | → unverändert ruhig – aber klar gestiegen, knapp unter der 18er-Schwelle |
| Kreditstress | 2.75% (Stand 20.8.) | 2.65% (Stand 11.9.) | → unverändert ruhig – sogar etwas enger, der Kreditmarkt reagiert nicht auf den Zinsschock |
| Bitcoin | 78'985 $ · ruhig | 76'105 $ · ruhig | → unverändert ruhig – an der 82'000-Marke und der 200-Wochen-Linie abgeprallt, rund 8% über der 200-Tage-Linie |
Was das Modell daraus macht
Modell-Haltung und aktuelle Lage je Baustein – die Kurzfassung aller Detail-Radare an einem Ort, in Modellsprache, keine persönliche Empfehlung. Das «statt» vergleicht nicht Profile miteinander, sondern die langfristige Grundaufteilung mit der aktuellen, vorsichtigeren Umsetzung im gelben Umfeld. Die Prozentzahlen gelten für das ausgewogene Profil – wähle oben dein Risikoprofil, dann rechnet die Tabelle auf dich um.
| Baustein | Modell-Haltung | Seit letztem Update | Lage & Begründung |
|---|---|---|---|
| Aktien gesamt | Reduziert 34% statt 40% | unverändert | Gelbes Umfeld, jetzt am unteren Rand: Zinsen über 5%, Marktbreite unter 40%, Notenbank in der Erhöhung. Das Modell bleibt am unteren Ende der Bandbreite und kauft nicht nach. Kippt ein weiteres Signal, gilt das rote Band (ausgewogen 25–35%). Die Bewertung bleibt hoch: Die USA stehen auf 95 von 100. |
| davon Tech / Chips | Deutlich reduziert | unverändert | Der Nasdaq 100 liegt rund 6% unter seinem Juni-Hoch und unter der 50-Tage-Linie; der August war sein schwächster Monat seit März 2025. Die KI-Debatte hat gedreht: Warnungen aus der Branche selbst vor dem Tempo der Entwicklung belasten Chip- und KI-Werte, und Zinsen über 5% treffen Wachstumswerte am härtesten. Kein Nachkauf, bevor sich der Sektor beruhigt. |
| Cash & kurze Anleihen | Aufgestockt 37% statt 30% | unverändert | Puffer gegen Schwankungen und Reserve für bessere Einstiegsmomente. Bei einem US-Leitzins von 3.75–4.00% sind kurze Dollar-Laufzeiten so gut verzinst wie seit Jahren; in Franken bleibt die Verzinsung tief (SNB-Leitzins 0%, nächste Lagebeurteilung 24. September) – dafür ohne Währungsrisiko. |
| Gold & Edelmetalle | Voll gewichtet 15% Struktur Gold 75 / Silber 15 / Minen 10 |
unverändert – Trendregel nicht ausgelöst | Gold ist mit rund 4'300 $ wieder unter seine 200-Tage-Linie (rund 4'540 $) gefallen – die Trendwende vom 21. August hat nicht gehalten; Auslöser sind Realzinsen über 2.5% und der stärkere Dollar. Silber notiert bei 63.6 $, rund 11% unter seiner fallenden 200-Tage-Linie – die Bedingung für die Rückverschiebung auf 60/25/15 (Wochenschluss Silber über der eigenen 200-Tage-Linie) rückt damit weiter weg. Struktur 75/15/10 und Quote 15% bleiben. Aus Schweizer Sicht fällt der Rückgang milder aus: Der Dollar hat seit Ende August rund 2% zum Franken zugelegt. |
| Rohstoffe | Leicht reduziert 9% statt 10% | unverändert | Öl über 105 $ nach dem Angriff auf die saudische Pipeline (+16% im Monat, Spitze 108.75 $ am 15. September) – Energie ist mit +40% der stärkste Aktiensektor des Jahres. Aber ein Preis, der von Drohnen und Pipelines abhängt, ist kein Trend: Saudi-Arabien will die halbe Kapazität innert Tagen zurückbringen. Kupfer hat sich mit rund 14'200 $ pro Tonne vom Rekordhoch gelöst. Der Baustein trägt, ohne ausgebaut zu werden. |
| Krypto | Stark reduziert max. 5%, nur BTC/ETH | unverändert – Nachkauf-Bedingung nicht erfüllt | Anfang September erreichte Bitcoin die 200-Wochen-Linie (rund 80'500 $), scheiterte zum vierten Mal an der 82'000-Marke und fiel wieder ab – kein bestätigter Wochenschluss darüber. Mit rund 76'000 $ hält der Kurs klar über der 200-Tage-Linie (rund 70'500 $, Vorsprung rund 8%) und über der 50-Tage-Linie. Das Scheitern des US-Kryptogesetzes im Senat und die höheren Zinsen belasten. Reduzierte Quote, kein Nachkauf. |
Wie teuer sind die Aktienmärkte?
Die Ampel oben misst Stimmung, Stress und Trend – also das aktuelle Wetter. Die Bewertung misst etwas anderes: den Preis, den man heute für künftige Unternehmensgewinne bezahlt. Sie taugt nicht als Timing-Signal – teure Märkte können lange teuer bleiben –, aber sie erklärt, warum das Modell im gelben Umfeld lieber am unteren Rand der Bandbreiten bleibt, statt teuer nachzukaufen.
Wie viel Geld ist im System?
Neben dem Wetter (Ampel) und dem Preis (Bewertung) gibt es eine dritte, sehr langsame Ebene: wie viel Geld überhaupt im Umlauf ist. Sie erklärt keine einzelne Woche, prägt aber Jahre – und sie ist derzeit in Bewegung.
| Kennzahl | Aktuell | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Geldmenge USA (M2) | 23'218 Mrd. $ +5.4% zum Vorjahr | Stand Juli 2026, veröffentlicht am 25. August; der August-Wert erscheint um den 22. September. Das schnellste Wachstum seit 2022 – nach zwei Jahren Stagnation fliesst wieder Geld ins System. Die Zinserhöhung wirkt dem künftig entgegen. |
| Bilanz der US-Notenbank | rund 6'700 Mrd. $ leicht wachsend | Die Bilanz hat sich nach dem Abbau seit 2022 bei rund 6'700 Mrd. $ stabilisiert und wächst wieder leicht (Ablesung). Die Notenbank entzieht dem System kein Geld mehr – sie erhöht jetzt den Preis des Geldes statt seine Menge zu verknappen. |
| Geldmenge weltweit | rund +8% | Weiter auf Rekordniveau, rund 122 Bio. $ (Ablesung aus einer Grafik, kein exakt gemeldeter Wert). Ein Teil davon ist rechnerisch: Ein schwächerer Dollar lässt in Dollar umgerechnete Guthaben im Ausland grösser erscheinen – mit dem stärkeren Dollar seit Mitte September dreht dieser Effekt. |
Aktuelle taktische Anpassung bei Marktampel GELB (ausgewogenes Profil)
Vorab das Wichtigste: Deine persönliche Aufteilung hängt von Anlagehorizont, Risikofähigkeit, Einkommen, Vorsorgesituation, Steuern und Liquiditätsbedarf ab. Die folgende Aufteilung ist ein Modellwert für das aktuelle gelbe Umfeld – etwas vorsichtiger als in normalen Zeiten. Zur Einordnung: 40% Aktien ist das langfristige Profilmodell, 34% die aktuell vorsichtigere Umsetzung – die Marktampel justiert die Dosierung, nicht die Strategie.
Warum diese Aufteilung?
Erstens: Die Aktienquote liegt etwas unter normal, weil der Tech-Sektor überhitzt ist und die Zinsfrage offen bleibt. Zweitens: Das Cash-Polster ist bewusst gross – es reduziert Schwankungen und hält Reserve für bessere Einstiegsmomente bereit, auch wenn Cash langfristig Kaufkraft verlieren kann. Drittens: Der Edelmetall-Baustein bleibt voll gewichtet, weil er das Depot in Stressphasen stabilisieren kann – neu aber mit klarem Schwerpunkt auf Gold statt Silber und Minen, weil diese im Rückschlag deutlich stärker verlieren. Er ersetzt keine breit gestreute Aktien- und Anleihenstruktur. Viertens: Rohstoffe profitieren von China und der Elektrifizierung, ohne am Tech-Hype zu hängen. Fünftens: Krypto bleibt klein, weil schon 5% davon rund einen Viertel des gesamten Depot-Risikos ausmachen können.
Was sich ändern müsste, damit die Ampel umspringt
Richtung GRÜN («Ruhig»)
- Der US-10-Jahreszins fällt nachhaltig unter die 4.6%-Schwelle zurück – dafür müsste der Ölpreis deutlich nachgeben oder die Inflation drehen
- Die Marktbreite kehrt über 55% zurück – die Rally trägt wieder breit
- Zinsschwankung (MOVE) wieder unter 80 und Dollar-Index unter 100
- Grün ist weit weg: Dafür bräuchte das Modell einen Punktestand von +6, aktuell steht es bei −2
Richtung ROT («Risiko senken»)
- Der VIX schliesst eine Woche über 18 (aktuell 17.7) – das allein reicht rechnerisch für Rot
- Firmen müssen mehr für Kredit zahlen: Spreads über 3.5% (aktuell 2.65%)
- Bitcoin fällt unter seine 200-Tage-Linie (rund 70'500 $)
- Die Zinsschwankung MOVE steigt über 120 oder der Dollar-Index über 104
- Von den vier Rot-Kriterien des letzten Updates sind drei eingetreten (Marktbreite unter 40%, Zins bei 5%, Notenbank erhöht) – deshalb steht die Ampel jetzt am Rand
Die nächste Messung ist der Wochenschluss vom 18. September: VIX, 10-Jahreszins und Marktbreite entscheiden, ob Gelb hält. Am selben Tag entscheidet die japanische Notenbank. Am 24. September folgt die Lagebeurteilung der SNB (Leitzins 0%), am 30. September das bevorzugte Inflationsmass der US-Notenbank und die Frist für den US-Haushalt (drohender Shutdown). Danach: Arbeitsmarktbericht am 2. Oktober, September-Inflation Mitte Oktober, Zinsentscheid am 27./28. Oktober – der Terminmarkt sieht dort rund 50% für eine weitere Erhöhung, bis Dezember rund 90% für mindestens eine – und die Zwischenwahlen am 3. November. Im Hintergrund: die Strasse von Hormus und die saudische Pipeline, für die eine halbe Kapazität innert Tagen und die volle in rund sechs Wochen angekündigt ist.
Datenquellen – hier kannst du alles selbst prüfen
Alle Quellen aktualisieren sich laufend oder regelmässig:
| Angstbarometer VIX | cboe.com · historische Daten |
| Anleihen-Stress MOVE | finance.yahoo.com |
| Kreditstress (High-Yield-OAS) | fred.stlouisfed.org |
| US-10-Jahreszins | fred.stlouisfed.org |
| Dollar-Index DXY | tradingview.com |
| USD/CHF und EUR/CHF | snb.ch |
| S&P 500 / Nasdaq 100 | S&P 500 · Nasdaq 100 |
| Bitcoin | coingecko.com |
| Gold | tradingview.com |
| Geldmenge M2 (USA) | fred.stlouisfed.org |
| MSCI-Indizes (Welt, ACWI, ACWI IMI) | World · ACWI · ACWI IMI |
Für Fortgeschrittene: das komplette Radar-System
Diese Seite ist die zentrale Übersicht – hier steht immer der aktuellste Stand. Dahinter arbeitet ein mehrstufiges Modell: Persönliches Risikoprofil → Marktrisiko-Radar (bestimmt die Ampel) → Regionen- & Home-Bias-Radar → Sektor-Radare (Tech, Edelmetalle, Rohstoffe, Krypto) → Anleihen-Radar. Die Detail-Radare im Expertenbereich dokumentieren Instrumente, Schwellenwerte und Gewichtungen; sie werden nur bei vollen Systemläufen nachgeführt und können daher einen älteren Datenstand tragen – massgeblich ist diese Seite.
Für Eilige
Die Marktlage steht auf GELB: angespannt, aber nicht gefährlich – und zwar am unteren Rand des gelben Bereichs. Nur noch drei von sieben Signalen stehen auf ruhig. Was passiert ist: Ein Angriff auf die wichtigste saudische Öl-Pipeline trieb den Ölpreis über 105 Dollar, der US-10-Jahreszins stieg über 5% (höchster Stand seit 2007), und die US-Notenbank hat am 16. September den Leitzins erstmals seit 2023 erhöht – auf 3.75–4.00%, mit Aussicht auf mehr. Die Marktbreite ist unter die rote 40%-Marke gefallen, Zinsschwankung und Dollar über ihre Schwellen gestiegen. Was hält: Die Kreditmärkte bleiben eng (2.65%), der VIX liegt mit 17.7 knapp unter seiner Schwelle, Bitcoin (rund 76'000 $) über der 200-Tage-Linie, der S&P 500 nur rund 3% unter seinem Hoch. Gold (rund 4'300 $) ist dagegen wieder unter die 200-Tage-Linie gefallen, Silber liegt weit darunter. Im gelben Umfeld liegt das Modell für ein ausgewogenes Profil eher defensiv: rund 34% Aktien (breit gestreut, davon rund ein Fünftel Schweiz), 37% Cash und Anleihen, 15% Edelmetalle, 9% Rohstoffe und höchstens 5% Krypto – unverändert. Ein weiteres Signal würde die Ampel auf Rot und die Aktienquote ins rote Band drehen. Die nächsten wichtigen Datenpunkte: der Wochenschluss vom 18. September, die SNB-Lagebeurteilung am 24. September, US-Inflationsmass und Haushaltsfrist am 30. September, der nächste Zinsentscheid am 27./28. Oktober.
Dieses Cockpit ist Orientierung und Finanzbildung, keine persönliche Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Alle Werte sind Modellwerte mit Quellenangabe und Datenstand; die persönliche Umsetzung gehört in ein Gespräch mit einer Fachperson. © Dominique Rychner · Signalwerte: 11.–16. September 2026 · Volllauf: 17. September 2026 · Bewertungskontext: September 2026 · Liquiditäts-Kontext: 14. September 2026 (Geldmenge USA: Juli).