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Marktlage in 60 Sekunden
Markt-Cockpit für Anlegerinnen und Anleger · Schweiz

Marktlage in 60 Sekunden

GELB · AUFPASSEN
Die Lage bleibt angespannt, aber nicht gefährlich: Die Inflation kühlt planmässig ab und die Angstbarometer beruhigen sich – aber der Zinsdruck bleibt hoch, und der Ölpreis steigt wieder, weil die Hormus-Verhandlungen festgefahren sind.
Datenstand: 12./13. August 2026 · Zwischenlauf nach den US-Inflationszahlen · jedes Signal unten mit eigenem Stand · nächster Volllauf: um den Zinsentscheid Mitte September
Datenqualität: Alle sieben Signale stammen aus dem Zeitraum 6.–13. August 2026 – keines ist älter als eine Woche. Der Bewertungskontext weiter unten ist eine monatliche Reihe (Stand August 2026) und fliesst bewusst nicht in die Ampel ein. Wo ein Wert aus einer Grafik abgelesen statt exakt gemeldet wurde, steht «rund» davor.
Was für Vorsicht spricht Der US-10-Jahreszins liegt mit 4.65% weiter über der roten 4.6%-Schwelle. Und der Ölpreis ist zurück bei rund 89 Dollar: Die Hormus-Verhandlungen sind festgefahren, die Rhetorik zwischen Washington und Teheran eskaliert. Das ist heikel, weil die Inflations-Beruhigung der letzten zwei Monate vor allem aus der Energie kam – bleibt Öl teuer, droht der August-Wert wieder höher auszufallen.
Was für Entwarnung spricht Die US-Inflation lag im Juli mit 3.4% (Kern 2.5%) exakt auf den Erwartungen, und auch die Produzentenpreise blieben unverändert (Jahresrate 4.7% nach 5.5%) – der zweite ruhige Monat in Folge, auf beiden Ebenen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist auf rund 40% gefallen, das Angstbarometer VIX unter die 18er-Schwelle gerutscht (erste Signalverbesserung seit Juni), der Kreditstress ist mit 2.71% eng, und die Marktbreite hat sich verbessert: 59% der grossen US-Aktien liegen über ihrer 50-Tage-Linie, 65% über der 200-Tage-Linie. Der S&P 500 notiert nahe Rekord, und Gold und Silber erholen sich kräftig.
Was das für Anleger heisst Kein Handlungsbedarf: Wer nach der Gelb-Aufteilung positioniert ist, bleibt es. Sparpläne laufen lassen, Reserve behalten, bei Tech und Krypto weiter zurückhaltend bleiben. Der Zinsdruck bleibt das härteste Einzelsignal – und der Ölpreis entscheidet mit, ob die Inflations-Entspannung im August hält.

Marktlage + Risikoprofil = deine Orientierung

Deine persönliche Einschätzung entsteht aus zwei Teilen: Die Marktampel zeigt, wie das Umfeld gerade aussieht. Dein Risikoprofil zeigt, wie viel Schwankung du persönlich aushalten kannst. Eine gute Anlagestrategie braucht beides – wähle dein Profil aus dem Selbsttest «Persönliches Risikoprofil»:

Ohne Risikoprofil zeigen wir nur die allgemeine Marktlage.

Für eine sinnvolle Einordnung deiner Geldaufteilung brauchst du zuerst dein persönliches Profil – der Test dauert rund drei Minuten: Zum Selbsttest «Persönliches Risikoprofil» →

Orientierungs-Matrix: Aktienquote nach Profil und Marktampel

ProfilGrünGelb ◀ aktuellRotDunkelrot
Sicherheitsorientiert15–25%10–20%5–15%0–10%
Konservativ25–35%20–30%15–25%10–20%
Ausgewogen35–50%30–42%25–35%20–30%
Wachstumsorientiert50–65%45–58%35–50%30–45%
Dynamisch60–75%55–68%45–60%40–55%
Beispiel: Marktampel Gelb + Profil Ausgewogen = 30–42% Aktien als Orientierung – das aktuelle Modell (34%) liegt bewusst am unteren Rand. Wähle oben dein Profil, dann erscheint hier deine Kombination.
Die wichtigste Regel: Die Marktlage darf dein Risiko nur nach unten feinjustieren – sie erhöht es nie über dein Profil hinaus. Ein vorsichtiges Profil bekommt auch bei grüner Ampel keine hohe Aktienquote; ein wachstumsorientiertes Profil flieht bei roter Ampel nicht in Cash, sondern staffelt Käufe, rebalanciert und reduziert Klumpenrisiken. Die Bandbreiten sind Orientierung – die genaue Quote hängt zusätzlich von Anlagehorizont, Reserve, Einkommen, Vorsorge, Immobilien, Steuern, Schulden und deiner Verlusttoleranz ab.
Strategisch vs. taktisch – der Unterschied in zwei Sätzen

Strategische Aufteilung: deine langfristige Grundaufteilung. Sie kommt aus deinem Risikoprofil, deinen Zielen und deinem Anlagehorizont – und ändert sich nur, wenn sich dein Leben ändert, nicht wenn die Börse wackelt.

Taktische Anpassung: die kleine Feinsteuerung an die aktuelle Marktlage – zum Beispiel etwas mehr Reserve bei gelber Ampel. Sie verändert nie deine ganze Strategie, nur die Dosierung.

Was bedeutet das für mein Geld? · Deine langfristige Grundaufteilung

Drei Beispielprofile zur Orientierung. Welches zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Reserve und deinen Nerven ab – der Selbsttest «Persönliches Risikoprofil» hilft bei der Einordnung. Zahlen jeweils in Prozent des Anlagevermögens. Wichtig: Das hier ist die langfristige, strategische Basis aus deinem Profil – die vorsichtigere taktische Umsetzung im aktuellen gelben Umfeld folgt weiter unten. Dass dort für das ausgewogene Profil 34% statt 40% Aktien stehen, ist kein Widerspruch, sondern Feinsteuerung. Die Tabelle zeigt drei verdichtete Beispielprofile; der Selbsttest unterscheidet feiner in fünf Stufen – deine persönliche Bandbreite erscheint oben in der Profilkachel.

BausteinVorsichtigAusgewogenWachstums-orientiert
Aktien total30%40%55%
USA~15%~20%~27%
Europa (ohne Schweiz)~3%~4%~6%
Japan~1%~2%~2%
Übrige Industrieländer (Kanada, Australien …)~2%~2%~4%
Schweiz~6%~8%~11%
Schwellenländer~3%~4%~5%
Anleihen / Geldmarkt / Cash total50%30%15%
CHF-Cash / Geldmarkt~25%~15%~8%
CHF-Obligationen (kurze Laufzeiten)~20%~12%~6%
Fremdwährungs-Obligationen (abgesichert)~5%~3%~1%
Gold / Edelmetalle total12%15%15%
Gold~9%~11%~11%
Silber~2%~2%~2%
Minen & übrige Edelmetalle (Platin …)~1%~2%~2%
Rohstoffe total8%10%8%
Energie (Öl, Gas)~3%~4%~3%
Industriemetalle (Kupfer, Aluminium)~2%~3%~2%
Agrar~2%~2%~2%
Kritische Metalle (Uran, Lithium …)~1%~1%~1%
Krypto total (optional, klein)0%0–5%0–7%
Bitcoin & Ethereum (Kern)0%0–4%0–5%
Übrige Coins – im Modell derzeit ausgesetzt0%0–1%0–2%

In Alltagssprache: «Vorsichtig» heisst: Die Hälfte bleibt sicher parkiert, Schwankungen bleiben klein – dafür wächst es langsam. «Ausgewogen» heisst: Rückschläge von 15–20% muss man aushalten können, dafür arbeitet mehr Geld. «Wachstumsorientiert» braucht über zehn Jahre Zeit und gute Nerven für Rückschläge von 25–30%.

Das ist Orientierung, keine persönliche Anlageberatung. Wichtig zu den Unterzeilen: Sie sind keine Einkaufsliste mit sechzehn Produkten – ein einziger breiter Welt-Fonds deckt USA, Europa, Japan und die übrigen Industrieländer automatisch ungefähr in diesen Verhältnissen ab, ein Rohstoffkorb die vier Rohstoffgruppen. Die Aufschlüsselung zeigt, was man damit tatsächlich besitzt – und den grössten Klumpen gleich mit: Rund 70% des Welt-Aktienblocks sind USA. Wer einen «All-World»-Fonds hält, hat zudem Schweiz und Schwellenländer bereits teilweise drin (Doppelzählung vermeiden – Rechner im Expertenbereich). Und damit die Rechnung immer auf 100% aufgeht: Wer Krypto weglässt, schlägt diesen Anteil dem Cash-/Anleihen-Polster zu (vorsichtig, ausgewogen) oder den breit gestreuten Aktien (wachstumsorientiert). Innerhalb der Edelmetallquote gilt im Modell die feste Regel Gold 75 / Silber 15 / Minen 10; die Prozentzahlen oben sind daraus abgeleitet und auf ganze Punkte gerundet.

Was jetzt eher sinnvoll ist

Tun

  • Sparpläne unverändert weiterlaufen lassen
  • Rebalancing prüfen: Ist Tech/USA nach der Rally übergewichtet?
  • Klumpenrisiken sichtbar machen (USA, Tech, Schweiz, Krypto)
  • Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) getrennt halten

Abwarten

  • Grosse Einmalkäufe – v.a. rund um Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten im August
  • Chip-/KI-Aktien: erst die Stabilisierung des Sektors abwarten, nicht ins fallende Messer greifen
  • Silber und Goldminen: erst Bestätigung der Wende abwarten

Vermeiden

  • Panikverkäufe bei normalen Schwankungen
  • Kredit oder Hebel für Anlagen
  • Alles auf ein Thema setzen (KI, Krypto, ein Land)
  • Die Liquiditätsreserve investieren

Die wichtigsten Marktsignale, einfach erklärt

Sieben Messwerte, auf die Profis schauen – hier übersetzt. Jeder Wert mit Ampel, Quelle und Datenstand; über die Links kannst du alles selbst nachprüfen.

SignalWas es misstWertAmpelKurz erklärtQuelle · Stand
VIXAngstbarometer für Aktien~15 · fallendruhigNach den Inflationszahlen unter die 18er-Schwelle gefallen (Mittwochsschluss 14.6, −4.8%) – die Absicherungsnachfrage normalisiert sich. Erste Rückstufung eines Signals seit Juni.Cboe · 12./13.8.
MOVEStressbarometer für Anleihen72–75ruhigMehrfach hart verifiziert: klar unter der Juli-Spitze von 80, der Abwärtstrend seit dem März-Hoch (112) setzt sich fort – das Anleihen-Fundament ist so ruhig wie seit über einem Jahr nicht.Yahoo · 11.8.
KreditstressZinsaufschlag riskanter Firmenkredite2.71%ruhigDie kleine Juli-Spitze (2.84% am 28.7.) ist wieder abgebaut – Firmen bekommen weiterhin günstig Geld, klar unter der Schwelle von 3.5%. Solange das gilt, ist eine Korrektur ein Gewitter, keine Krise.FRED · 6.8.
US-10-JahreszinsZinsdruck auf alle Anlagen4.65% · leicht rückläufigangespanntNach den Inflationszahlen etwas zurückgekommen, aber weiter über der roten 4.6%-Schwelle (30 Jahre 5.2%). Bleibt das härteste Einzelsignal – der Abstand zur Schwelle ist allerdings klein geworden.FRED · 12./13.8.
Dollar & FrankenWährungsdruckDXY ~100aufpassenZwei Kräfte im Gleichgewicht: Die Hormus-Blockade stützt den Dollar als Hafen, die kühleren Inflationszahlen dämpfen – der Index klebt an der 100er-Schwelle. Frankenkurse folgen beim Volllauf im September.SNB · 12./13.8.
MarktbreiteTrägt der Markt breit – oder nur wenige Grosse?59% über 50-Tage-Linieruhig59% der 500 grössten US-Aktien liegen über ihrer 50-Tage-Linie, 65% über der 200-Tage-Linie – beides besser als Ende Juli. Die Basis der Rally ist solide, auch wenn die Tagesschwankungen gross bleiben (Anfang August kurz 72%).StreetStats · 12.8.
Bitcoin vs. 200-Tage-LinieRisikoappetit bei spekulativen Anlagen~63'900 $ · klar darunterangespanntDas Seitwärtsband um 64'000 hält seit Wochen – aber klar unter der 200-Tage-Linie (~72'000 $) bleibt das Signal per Regel angespannt.CoinGecko · 12./13.8.
So entsteht die Ampel oben: 4× ruhig, 1× aufpassen, 2× angespannt. Sind Angst- und Kreditbarometer ruhig, aber Zinsen oder Risikoappetit angespannt, steht die Gesamtampel auf GELB. Erst wenn der Kreditstress steigt oder die Angstbarometer springen, wird es ROT – erst wenn beides eskaliert, DUNKELROT. Die exakte Berechnung (Gewichtungen, Schwellenwerte) steht im Expertenbereich.

Trendfilter: Wo stehen die Kurse zu ihren Durchschnittslinien?

Die Signale oben messen Stress und Stimmung. Der Trendfilter misst etwas Einfacheres: Liegt ein Kurs über oder unter seinem gleitenden Durchschnitt? Die 50-Tage-Linie zeigt den kurz- bis mittelfristigen Trend, die 200-Tage-Linie den langfristigen. Als Faustregel sprechen Kurse über der 200-Tage-Linie für einen intakten langfristigen Aufwärtstrend; darunter ist das technische Bild meist angeschlagen. Kein Kauf- oder Verkaufssignal, aber ein nüchterner Realitätscheck.

AnlageKurs50-Tage-Linie200-Tage-LinieTrendbild3 Monate
S&P 5007'749darüberklar darüberAufwärtstrend intakt, nahe Rekord+4.1%
Nasdaq 10029'743wieder darüberdarüberErholt: Ein-Monats-Hoch, Chips stabilisieren sich+1.3%
Gold~4'400 $darüberan der Linie (~4'470)Wende-Test läuft: +8% seit Ende Juli
Silber~65.5 $darübernoch darunterKräftige Erholung: +13%, Sieben-Wochen-Hoch
Bitcoin~63'900 $etwa auf Höheklar darunterAbwärtstrend, Seitwärtsband
Wie man das liest: Die Aktienindizes stehen wieder klar im Aufwärtstrend – der Nasdaq hat die 50-Tage-Linie zurückerobert und ein Ein-Monats-Hoch markiert. Die spannendste Bewegung läuft bei den Edelmetallen: Gold ist seit Ende Juli um rund 8% auf ~4'400 $ gestiegen und testet als erstes der drei Abwärtstrend-Assets seine 200-Tage-Linie von unten – der erste Anlauf (Tageshoch 4'450 am Mittwoch) wurde abgewiesen. Silber sprang um 13% auf ein Sieben-Wochen-Hoch, bleibt aber unter seiner Linie; Bitcoin unverändert. Wichtig: Ein Retest ist noch keine Wende – die Regel des Modells verlangt einen bestätigten Wochenschluss über der Linie. Für Gold, Silber und Bitcoin liegt in diesem Zwischenlauf kein frischer Drei-Monats-Wert vor («–»); die Bewegung seit dem Volllauf steht im Trendbild. Der Trendfilter fliesst nicht in die Ampel-Zählung ein – er ergänzt sie um die Frage, wohin sich die Kurse tatsächlich bewegen. Quelle: StreetStats (Indizes, Marktbreite) · Kitco/Handelsdaten (Metalle) · CoinGecko (Bitcoin) · Stand 12./13. August 2026.

Was sich seit dem letzten Update geändert hat

Letztes Update: 31. Juli (Volllauf) → dieses Update: 12./13. August (Zwischenlauf nach den US-Inflationszahlen). Die Ampel bleibt auf Gelb, die Zählung verbessert sich von 3 / 2 / 2 auf 4 / 1 / 2: Der VIX ist unter die 18er-Schwelle gefallen – der Zins bleibt aber über der roten Schwelle, und der Ölpreis zieht wieder an:

Signal31. Juli12./13. AugustBewegung
US-10-Jahreszins4.62% · angespannt4.65% · angespannt→ unverändert angespannt – nach den Inflationszahlen leicht rückläufig, aber weiter über der roten Schwelle
Bitcoin63'843 $ · angespannt~63'900 $ · angespannt→ unverändert angespannt – Seitwärtsband um 64'000, weiter klar unter der 200-Tage-Linie
VIX~18 · aufpassen~15 · ruhig▼ verbessert – unter die 18er-Schwelle gefallen, erste Rückstufung eines Signals seit Juni
Marktbreite57% über 50-Tage59% über 50-Tage · 65% über 200-Tage▼ verbessert – beide Breiten-Werte gestiegen, klar über der Grün-Schwelle (55%)
Dollar & FrankenDXY ~100DXY ~100→ unverändert aufpassen – Hormus stützt, kühlere Inflation dämpft, der Index klebt an der Schwelle
Kreditstressrund 2.8% (Spitze 28.7.)2.71% (6.8.)→ unverändert ruhig – die kleine Juli-Spitze ist wieder abgebaut
MOVEknapp unter 8072–75 (11.8.)→ unverändert ruhig – Abwärtstrend seit dem März-Hoch setzt sich fort
Neu seit dem letzten Update: Die US-Inflation lag im Juli mit 3.4% (Kern 2.5%) exakt auf den Erwartungen – der zweite ruhige Monat in Folge; die Wahrscheinlichkeit einer September-Erhöhung fiel auf rund 40%, der Markt sieht den ersten Schritt jetzt eher im Dezember. Gleichzeitig ist aus der Feuerpause ein Verhandlungs-Patt geworden: Iran verlangt zuerst das Ende der US-Seeblockade, Washington setzt auf wirtschaftlichen Druck, die Rhetorik eskaliert – der Ölpreis stieg binnen einer Woche von rund 83 auf 89 Dollar, nur noch ein Bruchteil der üblichen Schiffe passiert die Strasse von Hormus, und die strategische US-Ölreserve liegt auf dem tiefsten Stand seit 1983. Dazu die kräftige Edelmetall-Erholung: Gold testet erstmals seit dem Einbruch wieder seine 200-Tage-Linie.

Was das Modell daraus macht

Modell-Haltung und aktuelle Lage je Baustein – die Kurzfassung aller Detail-Radare an einem Ort, in Modellsprache, keine persönliche Empfehlung:

BausteinModell-HaltungSeit letztem UpdateLage & Begründung
Aktien gesamtReduziert 34% statt 40%unverändertGelbes Umfeld: unteres Ende der Bandbreite. Die Inflation kühlt planmässig und die Hike-Wahrscheinlichkeit sinkt – aber der Zins bleibt über der roten Schwelle, und Öl zieht wieder an. Der S&P notiert nahe Rekord: kein Grund zu jagen, kein Grund zu fliehen.
davon Tech / ChipsDeutlich reduziertunverändertDer Sektor stabilisiert sich: Halbleiter legten am Mittwoch rund 3% zu, der Nasdaq 100 markiert ein Ein-Monats-Hoch – bleibt aber deutlich unter seinem Hoch. Die KI-Nachfrage lebt, doch das Modell kauft nicht nach, bevor aus dem Erleichterungs-Sprint eine nachhaltige Beruhigung wird.
Cash & kurze AnleihenAufgestockt 37% statt 30%unverändertPuffer gegen Schwankungen und Reserve für bessere Einstiegsmomente – bei 10-Jahres-Zinsen um 4.65% sind kurze Laufzeiten zudem ordentlich verzinst.
Gold & Edelmetalle Voll gewichtet 15%
Struktur neu Gold 75 / Silber 15 / Minen 10
Quote und Struktur unverändert Die Erholung ist da: Gold +8% auf rund 4'400 $ – erster Test der 200-Tage-Linie von unten seit dem Einbruch (der Anlauf am Mittwoch bei 4'450 wurde abgewiesen) –, Silber +13% auf ein Sieben-Wochen-Hoch. Der Umbau auf 75/15/10 vom 4. August war Risikoreduktion, kein Timing-Signal: In dieser Erholungsphase kostet er etwas Aufholpotenzial beim schwankungsstärkeren Silber – das ist der bewusste Preis der Stabilität. Quote (15%) und Struktur bleiben unverändert; über eine Rückverschiebung entscheidet erst ein bestätigter Trendwechsel (Wochenschluss über der 200-Tage-Linie), nicht ein einzelner Retest.
Rohstoffe Leicht reduziert 9% statt 10% unverändert Der Öl-Whipsaw geht weiter: rund 83 $ Ende letzter Woche, jetzt wieder 89 $ – die Hormus-Verhandlungen stecken fest, nur ein Bruchteil der üblichen Schiffe passiert die Strasse, die strategische US-Reserve liegt auf dem tiefsten Stand seit 1983. Ein solcher Markt ist kein Kaufsignal, die Quote bleibt leicht reduziert. Auf der anderen Seite notiert Kupfer nahe Rekord, und Energie bleibt der stärkste Aktiensektor des Jahres: Der Baustein trägt, auch wenn er nicht ausgebaut wird.
KryptoStark reduziert max. 5%, nur BTC/ETHunverändertBitcoin pendelt weiter um 64'000 – unter 200-Tage- und 200-Wochen-Linie bleibt das Modell nicht im Nachkauf-Modus. Keine Änderung.
Kurz gesagt: Der Zwischenlauf bringt bessere Signalwerte, aber keinen Ampelwechsel – Quoten und Edelmetall-Struktur bleiben unverändert. Wer nach der Gelb-Aufteilung positioniert ist, bleibt es. Erst ein Ampelwechsel (Kriterien weiter unten) würde die Quoten selbst bewegen.
So hängen die Ebenen zusammen: Diese Seite ist das führende Dokument des Systems: Die sieben Signalwerte oben und die Baustein-Lage in dieser Tabelle werden bei jedem Update frisch erhoben (aktuell 6.–13. August). Die Ampel-Logik, Quoten und Schwellenwerte stammen aus dem Experten-Modell (letzter Volllauf: 31. Juli, Zwischenläufe: 4. und 12./13. August); die Detail-Radare im Expertenbereich werden nur bei einem vollen Systemlauf nachgeführt – sie tragen deshalb noch die bisherige Edelmetall-Struktur (60/25/15). Da die Ampel seit dem 4. Juli durchgehend auf Gelb steht, sind die Quoten unverändert gültig. Der Bewertungskontext im nächsten Abschnitt ist eine dritte, langsame Ebene: monatliche Daten, ohne Einfluss auf die Ampel-Zählung.

Wie teuer sind die Aktienmärkte?

Die Ampel oben misst Stimmung, Stress und Trend – also das aktuelle Wetter. Die Bewertung misst etwas anderes: den Preis, den man heute für künftige Unternehmensgewinne bezahlt. Sie taugt nicht als Timing-Signal – teure Märkte können lange teuer bleiben –, aber sie erklärt, warum das Modell im gelben Umfeld lieber am unteren Rand der Bandbreiten bleibt, statt teuer nachzukaufen.

USA
95 · sehr teuer
Europa
84 · teuer
Schweiz
79 · teuer
Japan
71 · teuer
China
51 · moderat
Skala 0–100: je höher, desto teurer im historischen Vergleich. In den Wert fliessen fünf Kennzahlen ein, u.a. das Shiller-KGV (Preis im Verhältnis zu zehn Jahren inflationsbereinigter Gewinne), Kurs-Buchwert und Dividendenrendite.
Einordnung: Die Industrieländer insgesamt notieren beim Shiller-KGV um 34 – der teuerste Stand der letzten 25 Jahre. Wirklich günstig sind nur Randmärkte wie Brasilien und Hongkong (je 36). Am anderen Ende stehen die Niederlande (97), die USA (95) und Taiwan (94). Über die Branchen hinweg sind Industrie (98), Finanz (97) und Technologie (94) am teuersten, am wenigsten gedehnt sind Gesundheit (69) und Energie (74). Hohe Bewertungen lösen keine Korrektur aus, aber sie machen Märkte verwundbarer, wenn etwas schiefgeht, und dämpfen die langfristig zu erwartenden Renditen. Genau deshalb hält das Modell im gelben Umfeld Reserven. Diese Übersicht fliesst nicht in die Ampel-Zählung ein und wird monatlich aktualisiert. Quelle: Bewertungsübersicht The Market (NZZ) · Stand: August 2026.

Aktuelle taktische Anpassung bei Marktampel GELB (ausgewogenes Profil)

Vorab das Wichtigste: Deine persönliche Aufteilung hängt von Anlagehorizont, Risikofähigkeit, Einkommen, Vorsorgesituation, Steuern und Liquiditätsbedarf ab. Die folgende Aufteilung ist ein Modellwert für das aktuelle gelbe Umfeld – etwas vorsichtiger als in normalen Zeiten. Zur Einordnung: 40% Aktien ist das langfristige Profilmodell, 34% die aktuell vorsichtigere Umsetzung – die Marktampel justiert die Dosierung, nicht die Strategie.

Aktien 34% (USA ~17 · Europa ~3 · Japan ~2 · übrige Welt ~2 · Schweiz ~7 · Schwellenländer ~3) Anleihen/Geldmarkt/Cash 37% Edelmetalle 15% (Gold ~11 · Silber ~2 · Minen/übrige ~2) Rohstoffe 9% (Energie ~3 · Industriemetalle ~3 · Agrar ~2 · kritische Metalle ~1) Krypto 0–5% (optional – wer verzichtet, schlägt den Anteil dem Cash-/Anleihenpolster zu)

Warum diese Aufteilung?

Erstens: Die Aktienquote liegt etwas unter normal, weil der Tech-Sektor überhitzt ist und die Zinsfrage offen bleibt. Zweitens: Das Cash-Polster ist bewusst gross – es reduziert Schwankungen und hält Reserve für bessere Einstiegsmomente bereit, auch wenn Cash langfristig Kaufkraft verlieren kann. Drittens: Der Edelmetall-Baustein bleibt voll gewichtet, weil er das Depot in Stressphasen stabilisieren kann – neu aber mit klarem Schwerpunkt auf Gold statt Silber und Minen, weil diese im Rückschlag deutlich stärker verlieren. Er ersetzt keine breit gestreute Aktien- und Anleihenstruktur. Viertens: Rohstoffe profitieren von China und der Elektrifizierung, ohne am Tech-Hype zu hängen. Fünftens: Krypto bleibt klein, weil schon 5% davon rund einen Viertel des gesamten Depot-Risikos ausmachen können.

Orientierung, keine persönliche Anlageberatung. Für Details: Selbsttest «Persönliches Risikoprofil» und der Expertenbereich mit allen Radaren.

Was sich ändern müsste, damit die Ampel umspringt

Richtung GRÜN («Ruhig»)

  • Der US-10-Jahreszins fällt klar unter die 4.6%-Schwelle zurück (aktuell 4.65% – knapp darüber)
  • Die Hormus-Blockade löst sich und der Ölpreis beruhigt sich nachhaltig
  • Die Chip-Erholung setzt sich fort und der August-Inflationswert bleibt ruhig

Richtung ROT («Risiko senken»)

  • Firmen müssen deutlich mehr für Kredit zahlen (Spreads über 3.5%)
  • Das Angstbarometer VIX springt über 25
  • Der US-Zins dreht wieder Richtung 4.8–5% oder die Notenbank erhöht im September tatsächlich

Der wichtigste Termin des Monats ist vorbei: Die US-Inflationszahlen für Juli lagen mit 3.4% (Kern 2.5%) exakt auf den Erwartungen – der zweite ruhige Monat in Folge. Der Markt sieht eine September-Erhöhung nur noch bei rund 40% und den ersten Schritt eher im Dezember; einzelne Häuser halten allerdings am September fest. Auch die Produzentenpreise vom 13. August fielen ruhig aus: unverändert zum Vormonat, Jahresrate 4.7% nach 5.5% – beides unter den Erwartungen. Die nächsten Wegmarken: US-Konsumklima am 14. August, das Fed-Inflationsmass PCE am 26. August, die Notenbank-Konferenz in Jackson Hole Ende August, der Zinsentscheid am 15./16. September – und davor die August-Inflation am 11. September, in die der jüngste Öl-Anstieg hineinspielen könnte.

Datenquellen – hier kannst du alles selbst prüfen

Alle Quellen aktualisieren sich laufend oder regelmässig:

Angstbarometer VIXcboe.com · historische Daten
Anleihen-Stress MOVEfinance.yahoo.com
Kreditstress (High-Yield-OAS)fred.stlouisfed.org
US-10-Jahreszinsfred.stlouisfed.org
Dollar-Index DXYtradingview.com
USD/CHF und EUR/CHFsnb.ch
S&P 500 / Nasdaq 100S&P 500 · Nasdaq 100
Bitcoincoingecko.com
Goldtradingview.com
MSCI-Indizes (Welt, ACWI, ACWI IMI)World · ACWI · ACWI IMI
Für Fortgeschrittene: das komplette Radar-System

Diese Seite ist die zentrale Übersicht – hier steht immer der aktuellste Stand. Dahinter arbeitet ein mehrstufiges Modell: Persönliches Risikoprofil → Marktrisiko-Radar (bestimmt die Ampel) → Regionen- & Home-Bias-Radar → Sektor-Radare (Tech, Edelmetalle, Rohstoffe, Krypto) → Anleihen-Radar. Die Detail-Radare im Expertenbereich dokumentieren Instrumente, Schwellenwerte und Gewichtungen; sie werden nur bei vollen Systemläufen nachgeführt und können daher einen älteren Datenstand tragen – massgeblich ist diese Seite.

Für Eilige

Die Marktlage steht auf GELB: angespannt, aber nicht gefährlich – und die Signale verbessern sich leicht (4 von 7 ruhig). Die US-Inflation lag im Juli mit 3.4% (Kern 2.5%) exakt auf den Erwartungen, die Wahrscheinlichkeit einer September-Zinserhöhung fiel auf rund 40%, das Angstbarometer VIX rutschte unter seine Schwelle, und der S&P 500 notiert nahe Rekord. Zwei Dinge bleiben heikel: Der US-10-Jahreszins liegt mit 4.65% weiter über der roten 4.6%-Schwelle, und der Ölpreis ist zurück bei rund 89 Dollar, weil die Hormus-Verhandlungen festgefahren sind – bleibt Öl teuer, könnte die August-Inflation wieder höher ausfallen. Auffälligste Bewegung: Gold (+8%) testet erstmals seit dem Einbruch wieder seine 200-Tage-Linie, Silber springt auf ein Sieben-Wochen-Hoch – eine Wende wäre es erst mit bestätigtem Wochenschluss über der Linie. Im gelben Umfeld liegt das Modell für ein ausgewogenes Profil eher defensiv: rund 34% Aktien (breit gestreut, davon rund ein Fünftel Schweiz), 37% Cash und Anleihen, 15% Gold, 9% Rohstoffe und höchstens 5% Krypto – langfristig darf die Aktienquote höher liegen, wenn Horizont und Risikofähigkeit passen. Die nächsten wichtigen Datenpunkte: Konsumklima (14.8.), Fed-Inflationsmass PCE (26.8.), Jackson Hole Ende August, Zinsentscheid Mitte September.

Dieses Cockpit ist Orientierung und Finanzbildung, keine persönliche Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Alle Werte sind Modellwerte mit Quellenangabe und Datenstand; die persönliche Umsetzung gehört in ein Gespräch mit einer Fachperson. © Dominique Rychner · Signalwerte: 6.–13. August 2026 · Volllauf: 31. Juli 2026 · Zwischenläufe: 4. und 12./13. August 2026 · Bewertungskontext: August 2026.