Stellvertreter in der Aufstellung – was passiert?
Als Stellvertreter trittst du in eine Aufstellung ein ohne genaue Kenntnisse über die Person, die du repräsentierst. Keine vorgefassten Meinungen, keine Hintergrundinformationen. Diese Unwissenheit ist kein Nachteil – sie ist der Vorteil. Sie lässt dich unvoreingenommen und offen für das «wissende Feld» sein.
Die Rolle des Stellvertreters: Mehr als nur Beobachtung
In einer systemischen Familienaufstellung werden Stellvertreter eingesetzt, um die Dynamiken innerhalb eines Familiensystems zu erkunden. Sie stehen für verschiedene Mitglieder der Familie oder wichtige Aspekte des Lebens des Klienten.
Stell dir vor, du wirst gefragt, die Rolle der Mutter, des Vaters oder eines längst verstorbenen Onkels zu übernehmen – während der eigentliche Klient durch eine andere Person vertreten wird und so die Möglichkeit erhält, Dynamiken von aussen zu betrachten.
Das «wissende Feld»: Ein Fenster zu verborgenen Wahrheiten
Du wirst spüren, dass du nicht einfach eine Rolle spielst, sondern dich als Kanal für tiefe, oft verborgene Gefühle und Dynamiken zur Verfügung stellst. Das «wissende Feld» gibt dir Eindrücke – in Form von Empfindungen, körperlichen Wahrnehmungen oder inneren Bildern.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass du plötzlich eine Enge in der Brust spürst ohne gesundheitliche Probleme zu haben, oder dass dir die Knie weich werden ohne Angst zu verspüren. Diese körperlichen Reaktionen sind keine Zufälle – sie sind Hinweise auf die seelischen Bewegungen der Person, die du repräsentierst.
Deine Aufgabe ist es, diese Empfindungen wahrzunehmen und sie möglichst nüchtern zu beschreiben: «Ich fühle eine Schwere in den Schultern» oder «Ich habe das Bedürfnis, wegzulaufen».
Definitiv kein Rollenspiel
Im Gegensatz zu einem Rollenspiel geht es in der Stellvertretung darum, leise und feinfühlig auf das zu hören, was sich in dir meldet. Du bist kein Schauspieler auf der Bühne – du bist eher wie ein Seismograph, der die tektonischen Bewegungen der Seele aufzeichnet.
Deine Aufgabe ist nicht zu handeln, sondern festzustellen «was ist». Diese Feststellungen sind meist nüchtern und emotionslos: «Ich kann niemanden anschauen» oder «Ich spüre eine Kälte in meinem Körper». Gerade diese Nüchternheit schafft Raum für tiefe Einsichten.
Eine Reise der Empathie und Erkenntnis
Die Teilnahme als Stellvertreter ist eine Reise ins Unbekannte. Du wirst in einer Weise empathisch, die du vielleicht nie zuvor erlebt hast. Du wirst fühlen, wie es ist, in den Schuhen einer anderen Person zu stehen – ihre Schmerzen und Hoffnungen zu spüren, in einer Tiefe, die Worte schwer beschreiben können.
Diese Erfahrung erweitert dein Mitgefühl und dein Verständnis für die Komplexität menschlicher Beziehungen – und für die oft unsichtbaren Fäden, die uns miteinander verbinden.
Tiefe Einsichten auch für dich selbst
Die Empfindungen als Stellvertreter können tiefgreifende Erkenntnisse offenbaren – nicht nur für den Klienten, sondern auch für dich selbst. Du wirst möglicherweise Muster erkennen, die auch in deinem eigenen Leben eine Rolle spielen, oder Emotionen freisetzen, die lange unterdrückt waren.
Bereit für diese Erfahrung?
Die Teilnahme als Stellvertreter ist niederschwellig – du brauchst kein eigenes Anliegen, keine Vorkenntnisse. Nur die Bereitschaft, dich auf etwas einzulassen, das du noch nicht kennst.
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Dominique Rychner ist systemischer Coach und Aufsteller in Zürich.
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