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Coach-Cockpit Paar – Schema-Fallkonzeption für zwei (intern)

Coach-Cockpit Paar · Schema-Fallkonzeption für zwei

Intern · vertraulich

Zwei Profile, eine Beziehung: Muster pro Person erfassen, Bewältigungsstile einschätzen, dann liefert die Paar-Fallkonzeption das Explorationsprofil beider Personen, geteilte Resonanzfelder, die Interaktions-Zirkel-Hypothese und die Bedürfnis-Brücke. Alle Daten bleiben in diesem Browserfenster, bis du sie als Datei speicherst. Beide Personen nur mit Kürzel erfassen.

Anleitung & Rahmen – für die Arbeit mit diesem Cockpit (aufklappen)

Die fünf Schritte bauen aufeinander auf – vom Screening über die Fallkonzeption zu den Werkzeugen. Du kannst aber jederzeit einzeln einsteigen: Jedes Werkzeug funktioniert auch für sich. Nichts hier ist Pflichtprogramm – das Cockpit dient dem Gespräch, nicht umgekehrt.

Das Modell in zwei Minuten

Muster (Schema): Ein früh gelerntes Grundgefühl über sich und Beziehungen – etwa «ich werde verlassen» oder «ich genüge nicht». Es entstand als Antwort auf reale Erfahrungen und meldet sich heute in Momenten, die entfernt daran erinnern.

Kind-Modus: Der Zustand, in dem dieses alte Gefühl akut ist: verletzt, allein, wütend oder ohnmächtig. Hinter fast jedem heftigen Paarmoment steht ein aktivierter Kind-Modus mit einem legitimen Bedürfnis.

Innere Eltern-Stimme: Verinnerlichte fordernde oder abwertende Sätze («streng dich an», «du bist schuld»). In der Arbeit wird diese Stimme begrenzt – nicht die realen Eltern verurteilt; die bleiben gewürdigt.

Bewältigung (E/V/Ü): Wie jemand mit dem aktivierten Muster umgeht: Erdulden (sich fügen, anpassen), Vermeiden (ausweichen, dichtmachen), Überkompensieren (angreifen, kontrollieren, beweisen). Alle drei waren einmal die beste verfügbare Lösung.

Zirkel: Das Zusammenspiel zweier Bewältigungen: Das sichtbare Verhalten der einen Person trifft das Muster der anderen – und deren Bewältigung trifft zurück. Der Zirkel ist der Gegner, nicht die Partnerin oder der Partner.

Gesunder Erwachsener: Der Anteil, der wahrnehmen, einordnen und wählen kann. Ziel der Arbeit: Beide steigen öfter und früher aus dem Zirkel in diesen Modus – und sorgen für die eigene Kind-Seite, statt aus ihr heraus zu handeln.

Prozessbogen über sechs bis acht Sitzungen (flexible Orientierung)

  1. Ankommen: Anliegen klären, Erstgespräch-Leitfragen (Werkzeuge), erstes Beziehungsbarometer.
  2. Screening für beide (Schritt 1 und 2), Beziehungsautobiografie als Mitgabe nach Hause.
  3. Fallkonzeption gemeinsam anschauen: Explorationsprofil, Zirkel-Hypothese, Moduslandkarte zeichnen – und äussere Belastungen einordnen.
  4. Kommunikationsbasis legen: Verbindungsgespräch, Validieren, Reparaturversuche – erste Vereinbarungen.
  5. Ein konkreter Vorfall: Paar-Zirkel-Memo oder Streit-Nachbereitung, dazu die Bedürfnis-Brücke.
  6. Alltag sichern: Spannungskurve und Unfallvermeidung, Beziehungsrituale (Wetterbericht, Teamsitzung, Date-Night) – bei Bedarf Frühwarn-Raster, Standards und Standort der Liebe.
  7. Vertiefung nach Fall (eine bis zwei Sitzungen): Genogramm mit Geld-Spur, Beziehungslandkarte, Stuhl- oder Imaginationsarbeit, Dauerthema mit Traum-Dialog, Geld-Gespräch als Ritual – Themen-Dates als Mitgabe für zuhause.
  8. Bilanz: Barometer-Verlauf gemeinsam ansehen, Gelungenes würdigen, Rituale und Freundschaftspflege verankern.

Rhythmus-Empfehlung: Barometer zu Beginn jeder Sitzung (zwei Minuten) – Vereinbarungen am Ende jeder Sitzung.

Rahmen & Grenzen

Paar-Coaching ist Entwicklungsarbeit mit grundsätzlich stabilen Menschen. Kein geeignetes Setting ist es bei körperlicher Gewalt oder Angst vor der Partnerin oder dem Partner, bei akuten Krisen, bei unbehandelten Traumafolgen oder akuter Sucht – dann haben Sicherheit und fachliche Hilfe (Therapie, Fachstellen) Vorrang; einzelne Werkzeuge können später wieder Platz haben.

Das Screening ist ein Gesprächs- und Hypothesen-Werkzeug, kein validierter Test und keine Diagnose. Ergebnisse sind Einstiege in die Erkundung, keine Etiketten.

Vertraulichkeit: Alle Eingaben bleiben lokal in diesem Browserfenster; Speichern erzeugt eine Datei auf deinem Gerät. Kürzel statt Namen verwenden und das Einverständnis des Paares für Notizen einholen.

Erfassung der 18 Muster – für beide

Sicherheits-Abklärung – vor jeder gemeinsamen Paararbeit

Gewalt und Kontrolle werden getrennt und privat mit beiden Personen abgeklärt – nie im gemeinsamen Setting. Diese Punkte gehören vor das Screening:

  • Angst vor der Partnerin oder dem Partner
  • Körperliche Aggression oder Drohungen
  • Sexuelle, finanzielle oder digitale Kontrolle
  • Stalking oder Überwachung
  • Suizidalität
  • Kindeswohl
  • Akute Sucht
  • Laufende Affäre oder unklare Beziehungsentscheidung
  • Mögliche Konsequenzen, wenn etwas in der Sitzung offengelegt wird

Bei moderater bis schwerer Aggression oder kontrollierendem Verhalten (coercive control) ist gewöhnliche gemeinsame Paararbeit nicht das richtige Setting – Sicherheit und fachliche Hilfe haben Vorrang.

«Das Bedürfnis hinter einem Verhalten kann legitim sein; das Verhalten selbst ist deshalb nicht automatisch akzeptabel.»

Das Screening wird nach der Bestätigung freigeschaltet. Die Werkzeuge (Schritt 4) bleiben zugänglich.

Empfohlen: Kurz-Screening Damals/Jetzt (Skala 1–10 pro Person, prioritär zu explorieren ab Jetzt ≥ 6) – in der Paarsitzung gut machbar. Alternativ Direkteingabe der Summenwerte (5–30), wenn beide den Selbstreflexions-Check bereits gemacht haben.

Bewältigungsstile pro Person

Für jedes prioritäre Muster: Wie geht diese Person typischerweise damit um? 0 (nicht erkennbar) bis 3 (stark). Bei deutlicher Ausprägung lässt sich die Variante präzisieren. Weitere Muster können pro Person manuell einbezogen werden.

Paar-Fallkonzeption

Noch keine Auswertung – bitte zuerst Werte erfassen.

Gesamteinschätzung / nächste Schritte

Werkzeuge für die Paararbeit

Diagnostik, Verlauf und Vertiefung: Beziehungsbarometer, Erstgespräch-Leitfragen, Genogramm-Leitfaden mit Schema- und Geld-Spur, Beziehungslandkarte, Beziehungsautobiografie, Themen-Dates, Paar-Zirkel-Memo und Streit-Nachbereitung. Alles wird mit dem Fall gespeichert und im Text-Export ausgegeben.

Druckvorlagen für die Sitzung

Alle Werkzeuge als Papierbogen mit Anleitung – zum Ausdrucken vor der Sitzung. Leer ergibt einen Blankobogen mit Schreiblinien; bei Paar-Vorlagen mit zwei Spalten, damit beide gleichzeitig schreiben können. Mit Notizen druckt den aktuellen Stand aus dem Cockpit – als Protokoll oder als Mitgabe. Im Druckdialog lässt sich der Bogen auch als PDF sichern.

Beziehungsbarometer – Verlauf über die Sitzungen

Vier Kurzfragen pro Person zu Beginn jeder Sitzung (Skala 0–10) – ein eigenes Kurzformat nach dem Prinzip validierter Zufriedenheits-Skalen. Kein Test, sondern ein Verlaufssignal: Die Kurve zeigt, ob die Arbeit greift und ob sich zwischen beiden eine Schere öffnet. Deutliche oder anhaltend tiefe Werte besprechen, nicht bewerten.

Erstgespräch-Leitfragen

Vorlesbare Fragen zur Herkunft – beide antworten nacheinander, du notierst. Die Antworten liefern erste Hypothesen für Muster, Genogramm und Zirkel.

Genogramm-Leitfaden (mit Schema- und Geld-Spur)

Das Genogramm entsteht auf Papier oder Flipchart – hier stehen die Leitfragen pro Ebene und die Notizen dazu. Kürzel-Legende für die Schema-Spur direkt darunter.

Beziehungslandkarte – der Grundriss eurer Beziehung

Die Beziehung als Wohnung skizzieren: gemeinsame Räume, eigene Zimmer, Türen, Dritte – gezeichnet wird auf Papier oder Flipchart, hier stehen die Leitfragen pro Ebene und die Notizen dazu. Die Skizze macht Nähe-Distanz-Muster und brachliegende Bereiche sichtbar, ohne dass jemand sie erklären muss. Angelehnt an das systemische Visualisieren von Paarbeziehungen (Dynamisches Grundriss-Modell nach Bettina Disler), eigenständig formuliert.

Beziehungsautobiografie

Schreibaufgabe zwischen den Sitzungen – von der Eltern-Beziehung bis heute, mit Blick auf Wiederholungsmuster.

Themen-Dates – acht Gesprächsabende

Acht Gesprächsabende zu den grossen Beziehungsthemen als Mitgabe zwischen den Sitzungen – ein Thema pro Date, schöner Rahmen, keine Bildschirme, abwechselnd fragen und wirklich zuhören (Sprecher und Echo aus der Bibliothek). Es gibt keine richtigen Antworten: Ziel ist Kennenlernen, nicht Einigung. Angelehnt an das Gesprächsabende-Konzept der Gottman-Forschung, eigenständig formuliert.

Frühwarn-Raster – vier Muster, die Beziehungen aushöhlen

Beobachtungsraster für die Sitzung: Wie häufig zeigen sich Kritik am Charakter, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern – und was ist jeweils die Gegenbewegung? Eingeschätzt wird beobachtetes Verhalten, nicht die Person. Das Raster ist ein Gesprächseinstieg und keine Prognose: Es zeigt, woran zuerst gearbeitet wird. Angelehnt an die Kommunikationsforschung von John Gottman, eigenständig formuliert.

Spannungskurve & Unfallvermeidung

Die meisten Streit-Unfälle passieren nicht wegen des Themas, sondern wegen des Zeitpunkts. Beide lernen ihre eigene Kurve von 0 bis 10 kennen, verabreden ein Signal und legen fest, was über Level 6 nicht mehr besprochen wird. Die Spannungskurve hat einen langen Bremsweg: Nach einer Überflutung braucht der Körper zwanzig bis dreissig Minuten, bevor Zuhören wieder möglich ist.

Beziehungsrituale im Alltag

Drei feste Gefässe halten eine Beziehung im Alltag zusammen: der Wetterbericht für die Gefühle, die Teamsitzung für die Organisation, die Date-Night für die Leichtigkeit. Dazu kommen die kleinen täglichen Zuwendungen. Was nicht im Kalender steht, findet in dichten Lebensphasen nicht statt.

Beziehungsstandards & Dealbreaker

Erst getrennt, dann gemeinsam: Was wünsche ich mir, was ist für mich nicht verhandelbar – und was davon können wir beide unterschreiben? Nützlich in Klärungsphasen und immer dann, wenn unausgesprochene Erwartungen leise enttäuschen. Der Toleranz-Check hält daneben fest, dass auch gute Beziehungen nur zu etwa drei Vierteln zusammenpassen.

Standort der Liebe – drei Seiten

Beide schätzen getrennt ein, wie stark Leidenschaft, Vertrautheit und Verbindlichkeit gerade ausgeprägt sind. Interessant sind nicht die Zahlen, sondern die Unterschiede zwischen beiden Einschätzungen – sie zeigen, worüber gesprochen werden will. Kein Test und keine Einordnung in einen Beziehungstyp. Angelehnt an das Beziehungsdreieck von Robert Sternberg, eigenständig formuliert.

Paar-Zirkel-Memo – eine Situation, ein Zirkel

Situationsbezogene Vertiefung der Zirkel-Hypothese: ein konkreter Auslöser, beide Seiten des Zirkels bis zum Bedürfnis, dann die Lösung des gemeinsamen gesunden Erwachsenen. Üblich sind zwei bis drei Memos pro Paar – Zirkel rotieren.

Streit-Nachbereitung – zwei Wahrheiten, ein Lernen

Für die Verarbeitung eines konkreten Streits, sobald beide wieder ruhig sind – nachbereiten heisst, über den Vorfall reden zu können, ohne wieder hineinzugeraten. Hilfreiches Bild: Ihr schaut die Szene gemeinsam wie Zuschauer von der Bühne aus an. Es gibt keine objektive Wahrheit über den Streit, sondern zwei berechtigte Wahrnehmungen. Ergänzt das Zirkel-Memo: Dort wird die Modus-Mechanik verstanden, hier der Vorfall beziehungsseitig verarbeitet.

Interventions-Bibliothek Paar – Anleitungen für den internen Gebrauch

«Das Bedürfnis hinter einem Verhalten kann legitim sein; das Verhalten selbst ist deshalb nicht automatisch akzeptabel.»

Kurzanleitungen zu den paartherapeutisch fundierten Interventionen – vom Verbindungsgespräch über Stuhl- und Imaginationsarbeit bis zum Versöhnungsritual. Antippen öffnet die Schritte; «übernehmen» trägt die Übung in die Vereinbarungen unten ein. Konzepte aus der Schematherapie mit Paaren, eigenständig formuliert.

Speichern & Export

Der Paar-Fall wird als JSON-Datei auf deinem Rechner gespeichert und kann wieder geladen werden. Zusätzlich: Text für die Akte kopieren oder Druckansicht (nur Fallkonzeption).

Datenschutz: Die JSON-Datei ist unverschlüsselter Klartext. Nicht in synchronisierte Download- oder Cloud-Ordner legen – ein verschlüsseltes Laufwerk oder ein verschlüsselter Ordner ist der richtige Ort. Nach Abschluss der Arbeit gehört die Datei in eine feste Löschroutine.